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Pressestimmen zu "Geschichten von Tiger und Bär"

Chapeau Claque, 12. Oktober 2012

 

 Eike Adler, Andre Fischer und Holger Zessner sind Horst Eckert nie begegnet. Sie kennen den 1931 in Schlesien geborenen und heute auf Teneriffa lebenden Autor gar nicht. “Gar nicht” stimmt nicht. Eine Seelenbekanntschaft gibt es schon, wenn auch keine Seelenverwandtschaft, denn der sich gerne kauzig und grantig gebende Eckert, der sich den Künstlernamen “Janosch” verlieh, mochte die von ihm erdachten Geschichten und Figuren nicht besonders. So hält der grantelnde Rentner die berühmt gewordene Tigerente für “großen Mist” und sich selbst für vollkommen untalentiert. So ganz stimmt auch das wohl nicht.
Jedes Kind kennt die Geschichten von Bär und Tiger, und weiß, dass man das nach Bananen duftende Traumland Panama letztendlich nur zu Hause findet. Nicht wenige haben die Bücher von Janosch im Regal stehen oder liegen und alle Besucher des Werkstatttheaters in der Grafensteinstraße erkannten Andre Fischer (“Ich bin der Bär.”) und Holger Zessner (“Ich bin der Tiger.”) auf der Bühne wieder. “Sehen die in den Büchern auch aus wie wir?” wollte Bär Fischer bei dem abschließenden Small-Talk von dem jungen Publikum wissen. Die Antwort war ein eifriges Nicken, wie überhaupt die jungen Leute während der Aufführung begeistert dabei waren.
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Chapeau Claques Neuauflage der Geschichten von Bär und Tiger feierte jetzt Premiere, diesmal jedoch nicht in der Regie von Werner Müller. Diesen Job erledigte das Ensemble selbst - Bär Fischer und Tiger Zessner, als hätte ihnen Janosch diese Rollen auf den Leib geschrieben, und Eike Adler, die mit ihren Auftritten als gänseweinselige und federnlassende Tante Gans, als Flashdance-begabte Krähe, als halbblinder Eduard Maulwurf, als aufgehübschtes, verrücktes Huhn und resoluter Steuereintreiber, oder auch nur stimmgewaltig als Heinz Gockel - sie sang, spielte und tanzte mit einer unglaublichen Wandlungsfähigkeit den Bären und die Tiger mehr als einmal an den Rand der liebevoll gestalteten Bühne. Da fehlte nichts was alt und jung so sehr vertraut ist - die Angelrute, das Telefon, der schwarze Bären-Schlapphut, der rote Kochtopf und natürlich die allgegenwärtige Tigerente.
Zweimal noch wird die Suche von Bär und Tiger nach Schätzen und ihrem Traumland Panama aufgeführt, am 21.und 28. Oktober, jeweils um 15.00 Uhr.
 
Bericht von Dieter Grams, Fränkischer Tag